Gregors ganz persönlicher Stammtisch

Die DFL hat soeben die Spielpläne für die kommende Saison bekannt gegeben.

Gestartet wird diese Saison zu Hause im Borussia-Park gegen Hoffenheim. Auch das letzte Spiel dieser Saison ist endlich wieder ein Heimspiel. Und dann auch noch gegen Bayern München!!

Der komplette Spielplan ist hier einzusehen: Klick!
Link zum Original: Spielplan; © www.bundesliga.

 

Alles Wichtge auf einen Blick:

Den Lippefohlen-Bundesligaspielplan zum Ausdrucken gibt es hier: Klick!

Geschrieben von Voegi

Liga-Lehren Saisonrückblick
Nimm Tor 2 – oder Skibbe!

Jörg Draeger wird neuer Bayern-Trainer, Uschi Glas übernimmt die Hertha und Kevin Großkreutz bringt den neuen Duden heraus – der Liga-Lehren-Saisonrückblick 2011/2012 bleibt auf dem Boden der Tatsachen:
 
Desaster
Fangen wir mit dem Unerfreulichen an. Nein, weder mit Effzeh und HSV noch mit einer Flanke von Christian Tiffert oder einem infantilen Zwischenruf von Fritz von Ui und Taxis. Das Gruselkabinett des deutschen Fußballs ist um eine Attraktion reicher. Nach der Schmach von Cordoba und der Schande von Gijon haben wir jetzt das Desaster von Düsseldorf – für Kölner freilich eine Tautologie. Eine Rekonstruktion der Ereignisse ist dabei nur durch die sog. Niederrheinische Chaostheorie möglich: Weil Hertha-Chaoten dem Schmerz über die eigene Mannschaft mit einer kollektiven Rotlichttherapie begegneten, sahen sich Düsseldorfer veranlasst, das eigene Spielfeld durch einen chirurgischen Eingriff (sog. Elfmeterpunktresektion) vor größeren Schäden zu bewahren, weshalb Schiri Stark aus hygienischer Vorsicht eine Kabinen-Quarantäne anordnete und daraufhin von Kobiashvilli eine gelellt und von Lell eine geeffenbergt bekam. Und weil sich selbst Herthas Keeper zu Kraft-Ausdrücken hinreißen ließ, sind Herthas Pyromanen jetzt schon ganz heiß auf die zweite Liga. Oder so ähnlich. Nennt man wohl Pyronie des Schicksals.

FilmFilm
Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf die Verfilmung dieses historischen Stoffes. Zu sehen irgendwann an einem tristen Novembermittwoch in der ARD (vorab auf Kika): Sönke Wortmanns „Relegation – Armageddon in Düsseldorf" – mit Heino Ferch als Schiri Stark, Christine Neubauer als Jammerlappen Preetz und Uschi Glas als Otto Rehhagel sowie Otti Fischer in der Rolle seines Lebens – als resezierter Elfmeterpunkt.

UN
Doch zurück zur Chaostheorie. Diese ist bekanntlich auch das einzige Prinzip, auf dem Felix Magaths Kaderplanung fußt. So präsentierte er uns auch in der zurückliegenden Spielzeit wieder ein internationales Spielerpotpourri, bei dem selbst die UN-Vollversammlung wie eine provinzielle Regionalkonferenz wirkt. Magath galt dementsprechend bis vor kurzem als einziger Trainer der Welt, der Spieler aus sämtlichen Ländern der Welt unter seinen Fittichen hatte. Bis diese blöde Gründung des Süd-Sudan dazwischen kam. Aber auch dieses Problem wird Magath in der Sommerpause sicher lösen. Wolfsburgs Kader wirkt schließlich schon jetzt beängstigend dünn besetzt.

Zonk
Die Bayern-Saison 2011/2012 geriet derweil zu einer großen Solidaritätsaktion mit der entpromovierten Politelite: Titel sind eben nicht alles im Leben. Das neue Bayern-Mantra – nach spontaner Stilllegung des „mia san mia" – lautet denn auch „Vorerst gescheitert". Wenngleich eine kleine Aufrüstung des hauseigenen Trophäenschrankes schon nett gewesen wäre. Aber wie das so ist, wenn man aufs Ganze geht: Am Ende nimmt man doch Tor 2 und muss sich mit einem roten Plüschtierchen zufrieden geben. Dem Zonk – Nachname Heynckes. Vielleicht folgten die Bayern in ihrer Titelaskese aber auch nur dem ewigen Stevens-Mantra. Die Null jedenfalls stand – so unumstößlich und antijarolimesk, dass manche bereits mutmaßen, Heynckes habe den Virus Leverkusen nach München eingeschleppt. Das Vize-Triple soll Michael Ballack denn auch ins Grübeln gebracht haben. Eine Fortsetzung der Karriere – beim FC Bayern. Notfalls eben als neues Maskottchen. Macht sich doch bestimmt super – neben dem Zonk.

Adé
Der Hoffenheim-Award in Asche – die Goldene Himbeere der Bundesliga – geht verdientermaßen an die Bremer. Bei einer Mannschaft, die den Wohlklang einer Mittelalter-Auswahl versprühte und den Bekanntheitsgrad des nächsten Dschungelcamp-Casts besaß, war aber wohl auch nicht mehr drin. Gegen den fehlenden Glanz half dann auch Schaafs Kassengestell nichts. Brillieren hat mit Brille eben so viel zu tun wie fallen mit gefallen. Letzteres dürfte dann auch wohl Marko Marins Abgang aus Bremen erklären. Was uns zu der Frage führt, ob sich das Wörtchen Marinade eigentlich von „Marin adé" ableitet. In beiden Fällen geht’s ja irgendwie ums (R)einlegen.

BVBig
Eine echte Bereicherung der deutschen Sprache verdanken wir in jedem Falle Jürgen Klopp, der über die Leistungen der eigenen Mannschaft längst nur noch im selbstkreierten Kasus euphoricus, dem wolkesiebenten Fall, sog. Ejakulativ, spricht. Auch für grammatische Laien ist der Ejakulativ dabei leicht zu erkennen an der obligatorischen Eingangsformel „Was diese Mannschaft geleistet hat…". BVB-Boss Watzke (Bayerns Next Top-Lemke) beherrscht diesen sprachlichen Kniff inzwischen ebenfalls perfekt und forderte daher unlängst, die deutsche Nationalelf deutlich BVBiger zu gestalten. Was wir noch für zu bescheiden halten. Wir meinen „Deutschland braucht mehr BVB" und fordern: Neven Subotic als neuen Moderator des ZDF-Fernsehgarten, Norbert Dickel als Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschuss‘ und Kevin Großkreutz als Deutschlands Vertreter beim Eurovision Song Contest 2013. Letzterer gilt übrigens auch als Pionier der Grammatik – immerhin hat er auch schon einen Kasus erschaffen, den Primitiv.

Mission
Die Überraschungen der Saison sind zweifelsohne der FC Augsburg und der SC Freiburg – zwei Vereine, deren Kader sich las wie die Zweitbesetzung von Borussia Banane. Dass es gleichwohl jeweils zum Klassenerhalt langte, liegt deshalb auch einzig und allein an den Trainern: Christian Streich, der Schwarzwald-Trapattoni mit der Aura eines hanfzüchtenden Oberstudienrats, und Jos Luhukay, die genetische Kreuzung aus Burt Reynolds und Apu Nahasapeemapetilon, dem die Herausforderung Augsburg inzwischen zu simpel wurde. Ein Trainer-Terminator wie Luhukay braucht echte Aufgaben: Marko Marin das Stehen beibringen, Poschi Poschmann die Abseitsregel erklären, ein Perpetuum mobile konzipieren oder sonst eine Mission impossible. In dem Sinne: Viel Spaß bei der Hertha.

Sakko
In Berlin wird Luhukay das große Erbe des nicht mehr ganz so großen Otto antreten. Dessen Ära stand zugegebenermaßen im Schatten seines allgegenwärtigen Vorgängers Bruce Skibbe, dem Trainerchen gewordenen Menno mit dem Durchsetzungsvermögen eines Sozialpädagogen beim Vatertagstreffen der Hells Angels. Oder anders formuliert: Es gab leise Zweifel, dass Skibbes Engagement in Berlin von Erfolg gekrönt sein würde. Nur wenige (preetzise gesagt: einer) glaubten an ein Gelingen. Am Ende war’s dann aber wohl das größte Missverständnis seit Uli Stielikes Karo-Sakko. Aber apropos Missverständnis: Schleifer Skibbe hat unlängst einen Vertrag in Karabük unterschrieben – dieser traumhaften Tropenregion im Atlantik.

Schweigen
Fehlt eigentlich nur noch der Effzeh. Doch wie schon Großmutter Shumway zu sagen pflegte: Wenn du gar nichts Gutes über jemanden sagen kannst, sag lieber nix. Wir schweigen also – bis zum Start der nächsten Saison. Irgendwann im Dezember.
 

Link zum Original: Liga-Lehren; © spox.com

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