Ruck, zuck - Transferverbot

Egal, was im Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem mitgliederstärksten Sportverband der Welt, noch so alles aufkocht oder in den Keller rauscht oder aber zu kurz (Curtius) greift – der Fußball-Weltverband FIFA hat am letzten Freitag eine Entscheidung gefällt, die wegen des zeitungsfreien Wochenendes keine große Aufmerksamkeit gefunden hat, aber dennoch bemerkenswert ist, auch für den deutschen Profifußball. 

Da wurde der französische Erstligist SCO Angers dazu verdonnert, in diesem Jahr keine Transfers durchführen zu dürfen ; weder Verkauf noch Einkauf. Das ist für einen Verein, der im unteren Mittelfeld ohne Abstiegsgefahr dümpelt, ein herber Schlag. Außerdem wird noch eine Strafe von 30.000 Schweizer Franken (27.333 Euro) fällig. Was war geschehen ?

Der Verein des 150.000-Einwohnerstädtchens, zwischen Nantes und Le Mans an der Loire gelegen, hatte im Sommer 2020 den Spieler Kevin Bemanga vom Zweitligisten FC Paris verpflichtet. So weit, so gut. Aber : Der FC Paris – nicht zu verwechseln mit Paris Saint Germain – hatte den Spieler erst einige Wochen zuvor aus der 4. spanischen Liga geholt und musste dafür laut FIFA-Regelung eine « Ausbildungsentschädigung » an die Amateurvereine zahlen, in denen K.B. unter Vertrag gestanden hatte.

Nun ist diese zu zahlende Ablösesumme für einen Zweitligisten geringer als für einen Erstligisten. Da Bemanga aber innerhalb von der seit 2020 geltenden 16-Wochen-Frist zwei Mal transferiert wurde – erst am 6. Juli billig von Spanien nach Paris, dann am 18. August weiter nach Angers – vermutete die FIFA mit Fug und Recht, der Erstligist habe sich eine höhere Aufwandsentschädigung an die spanischen Amateurklubs (zuletzt Deportivo Xerez) ersparen wollen und deshalb die Umgehung gewählt.

Der Spieler ist wohl am Trainer und Sportdirektor vorbei direkt vom Präsidenten Said Chabane, einem, wie der Ex-Schalker Tönnies, Schlachtbetriebsbesitzer (800 Angestellte, rund 100 Millionen Euro Umsatz), verpflichtet worden. Das billige Ein- und teure Verkaufen auch von Spielern beherrscht er. Angers hat 2019/2020 rund 17 Millionen Euro des Budgets von 36 Millionen aus Tranfers erzielt – von denen sich der Präsident fünf Millionen als Provision eingesackt hat. 

Der Spieler Kevin Bemanga kam nie in der 1. Liga zum Einsatz, stand auch nie auf einem Spielerbogen der Reserve. Er wurde inzwischen an den FC Sion (Schweiz) « ausgeliehen ». So heißt das im modernen Sklavenhandel.

Angers, sportlich immerhin erfolgreicher als die Partnerstadt Osnabrück, sucht derweil einen neuen Trainer und neuen Sportdirektor. Beide Amtsinhaber haben hingeschmissen. Der hähnchenschlachtende Präsident steht ohne Transfererlaubnis und Führungscrew ganz schön im Regen.

 

Rainer Kalb

 

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