Am Ende des Tages

Der Chef von Weihnachts-Spitzenreiter Bayern München, der Chef des Champions League-Siegers Bayern München hat es im «Doppelpass » von Sport 1 behauptet. « Die Spiele in Deutschland sind die besten in der ganzen Fußball-Welt. » Am Ende des Tages, so wird Rummenigge in der Nachrichtenagentur Sport Informations Dienst (SID) zitiert, werde die Liga von dieser Arbeit « nachhaltig profitieren ».

Das « Ende des Tages » schiebt Rummenigge ja schon seit Jahrzehnten verbal vor sich her, ohne jemals zu präzisieren, wann das Morgengrauen begonnen hat. Der Triple-Sieg war schließlich auch nur ein Anfang und kein Ende. Bindet er diese Floskel an seine Persönlichkeit ? Stand Er dort schon, trotz Fritz Scherer, Karl-Heinz Hopfner oder gar Uli Hoeneß, im Dämmern des Morgengrauens ? 

KHR sieht die Bundesliga als « Benchmark » des Fußball-Erdballs. Für die Fußball-Fans der deutschsprachigen Welt, die des Geschäfts-Englischen nicht mächtig sind, als Nabel der Welt. Geht es noch größer ? 

Die französische Sport-Tageszeitung L'Equipe hat kürzlich analysiert, das die 18 Bundesliga-Vereine sich aktuell auf die Dienste von 28 Franzosen stützen. Der FC Bayern ist nach den Ribéry-Jahren auch jetzt gut dabei.

Wer hören muss, welche Mühe Radio- und TV-Reporter Mühe haben, all die Namen mit der Endsilbe -ic oder so korrekt auszusprechen, fragt sich schon, weshalb die Bundesliga « nachhaltig » sein soll. An deutschen Spielern kann es nicht liegen. Die haben zuletzt 3:3 gegen die Türkei und die Schweiz gespielt, und 0:6 gegen Spanien verloren.

Ohne die Bundesliga zermahlen zu wollen, Rummenigge malt die Bundesliga zu groß. Ja, sechs Vertreter sind in die K.o.-Runden der Europapokale eingezogen. Aber Wolfsburg, derzeit Tabellenvierter, ist in der Qualifikation an AEK Athen gescheitert. Ja, vier Mannschaften haben sich für die Champions League im nächsten Frühjahr qualifiziert. Aber mit welchen Ergebnissen in der Gruppenphase ? Da war viel Holpern und Stolpern dabei.

Wenn's denn die beste Fußball-Liga der Welt sein soll : Weshalb zahlt die Welt in Zukunft 70 Millionen weniger, um sie zeigen zu dürfen ? Wenn's denn die beste Fußball-Liga der Welt sein soll : Weshalb zahlen deutsche TV-Anstalten Millionen weniger ? Und wenn's denn die beste Fußball-Liga der Welt sein soll : Weshalb hatte die x-te Wiederholung des « kleinen Lords » am letzten Freitag in der ARD mehr als eine Million Zuschauer mehr als die Live-Übertragung von Union Berlin – Borussia Dortmund im ZDF (also sozusagen gratis) ?

Nein, auch der Chef aus Lippstadt muss in Zukunft kleinere Brötchen backen. Bei Gehältern, Transfers oder sonst wo. Sein Verein kann schließlich so groß bleiben, wie er ist. Denn auch die anderen müssen die Hefe, die den Teig aufbläht, raus lassen. Die ganze Liga wird wg. Corona und Brexit Schwierigkeiten mit lukrativen Transfers haben. Also kleinere Brötchen backen. Auch was die Bedeutung der « Benchmark » angeht. Klar, der deutsche Fußball bleibt immer noch gute Unterhaltungsindustrie. Aber was ist, wenn Netflix den Fußball in der Türkei entdeckt  und sich die Übertragungsrechte für Deutschland sichert?

 

Rainer Kalb

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