Fehler, viele Fehler

Normalerweise pfeift Wolfgang Stark stark. Dass der 43-jährige bei der Europameisterschaft bei Kroatien gegen Spanien daneben gelegen hat, jetzt bei Dortmund – Wolfsburg: Wer will den ersten Stein werfen?

Der Fußball lebt wie das Leben von Fehlern, und stark war Stark, als er einen „Wahrnehmungsfehler“ zugab. Jetzt ist der Deutsche Fußball-Bund in der Bredouille. Laut FIFA-Statuten hätte der DFB den „Sünder“ Schmelzer, der keinen Fehler begangen hat, wegen einer "Tatsachenentscheidung“ für mindestens ein Spiel sperren müssen. Das beweist aber wieder nur die Senilität des Fußball-Weltverbandes. Ein Handspiel – wenn es denn eins gewesen wäre – ist keine Blutgrätsche von hinten. Noch nicht einmal ein Autofahrer, der alkoholisert zu schnell fährt, wird dreifach bestraft: Elfmeter gegen die Mitfahrer, Führerscheinentzug und Sperre der Fahrerlaubnis.
Das unabhängige Sportgericht des DFB hat den Mut gehabt, der FIFA die Stirn bieten. Normalerweise wird ja jeder Verband wegen irgendwelcher Verstöße gegen irgendwelche Statuten gesperrt, aber das wagt die FIFA gegen Zwanziger/Niersbach nicht. Schmelzer wurde in einem Eilverfahren freigesprochen.
Es gab einen Präzedenzfall, als Schiedsrichter Osmers beim Spiel Bayern – Nürnberg am 23. September 1994 ein „Phantomtor“ von Thomas Helmer gab. Das Match wurde trotz Tatsachenentscheidung neu angesetzt. Der heutige Reporter Helmer muss immer noch mit dem Makel leben, damals nicht „Fair Play“ gespielt zu haben. Das ist Strafe genug.
Aber das wahre Problem liegt ja ganz woanders. Derzeit findet in Japan die Vereins-Weltmeisterschaft des Fußballs statt, und der Videobeweis wird getestet. Allerdings dreht sich der Videobeweis nur um die Frage, ob der Ball im Tor war oder nicht – und das war er im Fall Stark eindeutig nicht.
Also ist der Videobeweis eindeutiger Quatsch, so lange er nicht auch über Hand oder Foul oder Abseits entscheidet. Und er ist besonderer Quatsch, wenn ein Spiel alle drei Minuten unterbrochen werden muss, um fünf Minuten festzustellen, welche von 20 Kamera-Einstellungen die „Wahrheit“ zeigen, wenn es 15:5 je Einstellung steht. Wie viele Reporter stöhnen: Aus dieser Perspektive sieht es anders aus“. Ist doch alles Unfug.
Auch die Anregung, den Schiedsrichter-Beobachter, der in seiner Loge sitzt und außer Champagner schlürfen auch Fernsehen schauen darf, mit einem Hörgerät zum Schiedsrichter zu verbinden, trägt nicht weit.
In der Kreisklasse sieht ein Schiedsrichter nicht genug. In der Bundesliga sehen drei nicht genug. Der vierte darf nichts sehen. Der fünfte und der sechste in der Champions League sind im Bedarfsfall auch blind. Da soll ein Siebter es richten?
Stellt jedem Spieler einen Schiedsrichter auf die Füße, das fördert das Kurzpassspiel. Und den Umsatz der Augenärzte. Denn bei Sprints und langen Bällen hechelt einer der sieben älteren Herren sowieso hinterher. Und muss in seine Uhr hecheln: „Kobra, übernehmen Sie!“
Lasst Fußball sein wie das Leben: Ungerecht! Was gäbe es noch im Leben an Gesprächsstoff, wenn die Erde die beste aller Welten wäre?

Rainer Kalb

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