Ungerechte Verteilung

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund, schon gar nicht, wenn diese international spielen.  Deshalb soll kein Leser die folgenden Zeilen in den falschen Hals bekommen.

Ich bin auch der Ansicht von Uli Hoeneß und  Karl-Heinz Rummenigge, dass sich Leistung lohnen soll. Aber angesichts der Diskussion über die Höhe von Manager-Gehältern, angesichts der Tatsache, dass in der nächsten Saison über 600 Millionen Euro an Fernsehgeldern verteilt werden, muss die Frage erlaubt sein, ob diese TV-Gelder noch gerecht an die Teilnehmer am Profizirkus ausgeschüttet werden.

Nach einem komplizierten Verteilerschlüssel erhält der Meister 5,6 Prozent der zu verteilenden TV-Gelder, der Absteiger 2,9. Es ist nicht zu bestreiten, dass, ginge es nach der Anzahl der Sendeminuten, der FC Bayern im Vergleich zu Fürth noch zu wenig erhält. Andererseits reden die Bayern zumindest sonntags von Solidarität, leben sie auch vor, indem sie hin und wieder mal gratis zu Freundschaftsspielen fahren, um notleidenden Vereinen in der Provinz zu helfen. Aber solche punktuellen Aktionen lösen ja nicht das strukturelle Problem der Bundesliga, das immer offensichtlicher wird: Die Liga wird berechenbar und langweilig.

In den letzten vier Jahren wurden Dortmund oder die Bayern Meister. In diesem Jahrtausend, also seit 14 Jahren, haben es nur  Werder Bremen (2004),der VfB Stuttgart (2007) und der VfL Wolfsburg (2009) geschafft, in die bayrisch-westfälische Phalanx einzudringen.

Es ist ja nicht so, dass die da oben nur durch die Schiefverteilung der deutschen Fernsehgelder bevorzugt würden. Zu den rund 25 Millionen aus Frankfurt kommen im internationalen Erfolgsfall schließlich noch einmal um die 50 Millionen aus Nyon in der Schweiz hinzu.  Und die Habenichtse unten können froh sein, wenn sie 15 Millionen erkicken – von Aufsteigern ganz zu schweigen.

Wohin das führt? Zur Langeweile wie in Spanien (Real, Barcelona), Frankreich (Paris, Marseille, Lyon) und anderen Ländern.

Wohin das führt? Mönchengladbach kämpft sich 2012 auf den vierten Platz vor, die Dortmunder holen ihnen  Reus, die Bayern Dante weg, die Doppelbelastung Europapokal kommt hinzu und Gladbach versinkt wieder im bedeutungslosen Mittelfeld. Im kommenden Sommer wird die Überraschungsmannschaft der laufenden Saison, der SC Freiburg, geplündert. Wetten, dass?

Die Bayern fordern vehement „finanzielles Fair Play“ in Europa, weil sie sich dort strukturell benachteiligt fühlen – was eine Tatsache ist. Dann müssen sie sich aber auch der Frage des finanziellen Fair Play innerhalb des deutschen Profifußballs stellen.  Und die Vereine müssten die Diskussion auf die Tagesordnung setzen, wenn sie wollen, dass ihr „Produkt“ auch in zehn Jahren noch so attraktiv ist wie heute und nicht als Langweiler in den Regalen verstaubt, weil sich Bayern und Dortmund dann seit 25 Jahren den Titel teilen.

Bayer Leverkusen wäre heute schon froh, endlich wieder einmal „Vizekusen“ heißen zu dürfen.

 

Rainer Kalb

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