Das ist der Fluch der bösen Tat: Seitdem Katar die WM 2022 zugeschustert bekommen hat, steht das Land wegen der Bedingungen, unter denen Gastarbeiter ins Land gelockt werden, am Pranger. Tote auf den Baustellen hat es auch schon in den Jahren davor gegeben, aber jetzt können die Millionäre, die Ausländer wie Sklaven schuften lassen, die Zustände nicht mehr unter den Teppich kehren. Dank des Fußballs sind die Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf den Zwergstaat gerichtet.

Der Dino der Liga tut sich weiter schwer. Auch nach der als Durchbruch verkauften Mitgliederversammlung wirkt der Hamburger SV schwerfällig wie das legendenumwobene Kreuzfahrtschiff Titanic, das Kilometer zum Wenden oder Bremsen brauchte und auch deshalb unterging.

Dino der Liga heißt der HSV, weil er das einzige Gründungsmitglied ist, das nie aus der Bundesliga abstieg. Zwar stieg auch der FC Bayern nie ab, aber der ist eben erst seit 1965 dabei; als Gründungsmitglied zog der DFB 1963 den TSV 1860 München vor.

Der Vorstand darf  jetzt endlich eine Satzung verfassen, nach der die Profiabteilung aus dem Hauptverein ausgegliedert wird, Breiten- und Profisport also getrennt werden. Dadurch wird der Weg frei für die Beteiligung von strategischen Sponsoren und Investoren, die nicht auf kurzfristige Rendite erpicht sein dürfen – ihr Kapital also über einen längeren Zeitraum binden müssen, und die insgesamt maximal 24,9 Prozent des Vereins aufkaufen dürfen.

Ähnliches ist beim FC Bayern, wo adidas und Audi mit etwa 20 Prozent an der AG, also am Profibetrieb, beteiligt sind, schon längst der Fall.

Es darf angenommen werden, dass die Bayern-Mitglieder seinerzeit der Umstrukturierung nicht deshalb zugestimmt haben, weil es am Ende jeder Jahreshauptversammlung Freibier gibt. Die Mitglieder aber wollten bislang von ihren Rechten, die ihnen aus der Vereinsmitgliedschaft erwächst, nichts abgeben – was durch die Ausgliederung der Profis geschieht. Bei denen übernehmen jetzt die Sponsoren und Investoren Mitspracherechte – wie adidas und Audi das bei Bayern auch tun. Zum Schaden des Vereins war es nicht, wenn Profis sich um Profis kümmern.

Die Situation in Hamburg gleicht auffällig denen der Löwen, die auch daran zu ersticken drohten, dass zu viele mitreden dürfen und so notwendige Entscheidungen zerredet werden.

Ganz kann der HSV aber immer noch nicht von seiner Schwerfälligkeit lassen. Dem jetzt zu entwerfenden Satzungsentwurf müssen noch einmal 75 Prozent der Mitglieder zustimmen. Dafür besteht physische Anwesenheitspflicht bei der Versammlung; eine Stimmabgabe per Briefwahl oder Internet ist nicht zugelassen. Bei den vielen Mitgliedern, die außerhalb Hamburgs wohnen, lässt sich also voraussagen, dass höchstens zehn Prozent der Mitglieder über die Zukunft des Vereins abstimmen.

Auch nicht gerade eine sichere Basis für einen Neustart...

Wobei: Die neue Struktur garantiert ja noch nicht automatisch erfolgreicheren Fußball. Zwar werden frische Millionen kommen, doch die müssen erst mal richtig investiert werden. Noch kämpft der HSV, auch wenn die Fans ihren Verein „eigentlich“ immer noch zu Europas Spitze zählen, gegen den Abstieg. Doch wer den Hamburger SV noch als einen europäischen Spitzenverein erlebt hat, der muss schon ein Fan-Dino sein. Da war in den frühen 80-er Jahren, als die Spieler noch Magath, Kaltz, Hrubesch, Rolff, Jakobs hießen. Und die Trainer Zebec oder Happel. Sportdirektor war Günter Netzer. Den hätten sie seinerzeit besser auch zum Manager gemacht, dann hätten auch die aus der Hansestadt ihren Uli Hoeneß gehabt. Immerhin hat Netzer schon als Spieler in Mönchengladbach mit der Herausgabe des „Fohlenecho“ Geld verdient, und wie sich mit Beziehungen und Schläue Millionen heranziehen lassen, hat er später als Geschäftsführer von Infront bewiesen.

Chancen hat der HSV also schon vor 30 Jahren vertan. Dies ist jetzt vielleicht die letzte.

 

Rainer Kalb

Hat Franck Ribéry den „Goldenen Ball“ gewonnen und wird am Montag in Zürich zum „Weltfußballer des Jahres“ erklärt? Eigentlich war die Frage schon beantwortet, wenn der Fußball-Weltverband FIFA nicht unheimlich getrickst hätte und die Abgabefrist für die Stimmabgabe nicht noch um 14 Tage verlängert hätte – jene 14 Tage, in denen Ronaldo die vier von vier Toren für Portugal gegen Schweden  schoss und so die Südeuropäer noch zur WM katapultierte.

In Hannover –so geht die Sage – soll das reinste Hochdeutsch gesprochen werden. Wer‘s glaubt... Jedenfalls gibt es dort ein schlägernden Adligen, einen Ex-Bundeskanzler, der sich an einen russischen Gaslieferanten verdingt und ein Kind, welches nicht weiß, wie ein Angestellter mit Anstand zu entlassen ist.

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