Der Asterix aus Norddeutschland

Andreas Rettig hatte lange Zeit einen verantwortungsvollen Posten in der Deutschen Fußball Liga. Dann aber zog es ihn weg von der Verwaltung wieder zur Vereinsarbeit. Er fand sein Glück beim FC St. Pauli in der 2. Liga.

Wer jetzt aber meint, Rettig sei damit gleichzeitig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, der irrt. Der Querdenker haut weiter kräftig auf die Pauke.

In einem Brief an seinen alten Arbeitgeber hat er jetzt verlangt, Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg, der TSG Hoffenheim und eventuell ab 2017 Hannover 96 die Einnahmen aus der Zentralvermarktung der Fernsehrechte und gemeinsamen Sponsoreneinnahmen (Spielball, Ärmelreklame) zu streichen. Der Grund: Die drei Klubs – und wohl bald auch Hannover – würden gegen die 50+1-Regelung verstoßen. Die besagt, dass dem Verein 50 Prozent plus eine Aktie gehören muss. Die genannten Klubs gehören aber zumindest mehrheitlich Bayer, VW, Dietmar Hopp und bald auch wohl Martin Kind, weil der sich dann 20 Jahre als ein treuer Investor erwiesen haben wird und nicht als Heuschrecke.

Was aussieht, als würde hier ein Asterix von St. Pauli gegen übermächtige Germanen kämpfen, kann allerdings schnell zu einem Bumerang werden. Auf den ersten Blick würden die übrig gebliebenen 32 Profivereine – die Bundesliga erhält in dieser Saison 680 Millionen Euro, die 2. Liga 170 Millionen aus dem TV-Vertrag – natürlich mehr Geld erhalten. Doch wer glaubt schon, dass die vier an den Pranger gestellten Vereine freiwillig auf Geld verzichten würden?

Die Aufkündigung der Zentralvermarktung wäre unweigerlich die Folge.  Die vier mit der Sonderstellung würden ihre Spiele einzeln vermarkten. Eins ist dabei klar: Die TSG Hoffenheim würde selbst als Tabellenletzter der Bundesliga immer noch mehr bekommen als St. Pauli in Liga 2. Schlimmer aber noch für die Fans: Die Vier könnten ihre Free-TV-Rechte auch an Vox, RTL, SAT1, Pro7, Sport 1, Eurosport oder sonst wen verkaufen. Sportschau und Sportstudio als spieltagumfassende Sendung Adé.

Machen wir uns nichts vor: Die verbleibenden 32 Vereine würden ihre Solidarität auch schnell an den Nagel hängen. Die Bayern würden noch reicher, und die am Tabellenende der 2. Liga wären ganz arme Schlucker.

Natürlich lässt sich darüber diskutieren, ob nicht auch Faktoren wie „Tradition“ oder „Auswärtsfans“ oder „Stadionauslastung“ statt nur des Tabellenplatzes in den letzten fünf Jahren bei der Verteilung der Gelder berücksichtigt werden sollten. Dann muss die DFL eben noch einen Mathematik-Professor anstellen, der das alles auf Heller und Pfennig ausrechnet.

Lässt sich alles machen. Nur den Asterix zu spielen, das sollte St. Pauli sich und uns lieber ersparen. Fußball ist kein Comic.

 

Rainer Kalb

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