Gewissheit, Erwartungen und Fragen

Das Neue Jahr bringt dem deutschen Fußball wenige Gewissheiten, große Erwartungen und viele offene Fragen.

Gewiss, das Champions League Finale findet am 28. Mai in Mailand statt. Aber da beginnen schon die Erwartungen: Mit dem FC Bayern oder ohne ihn?

Gewiss, Pep Guardiola geht und Carlo Ancelotti kommt. Die Weichen wurden wie immer beim FC Bayern schon lange gestellt, bevor es öffentlich oder gar bestätigt wurde. Aber jetzt, da es offiziell ist, stellt sich den Fans die Frage: Wird die Umstellung vom Taktik-Fuchs Guardiola auf den Menschenversteher Carlo nahtlos funktionieren? Und, um in München zu bleiben, noch eine viel bangere Frage: Werden die zum Kätzchen mutierten „Löwen“ pleite gehen, absteigen oder doch noch ihr weiß-blaues Wunder erleben?

Gewiss, die Europameisterschaft wird am 10. Juni an- und am 10. Juli abgepfiffen. Die Erwartungen an die deutsche Mannschaft sind hoch. Nach einer zeitweise wackligen Qualifikation ist der Weltmeister-Lack jedenfalls teilweise abgeblättert und bedarf einer Auffrischung. Dann steht da noch die bange Frage an Frankreich im Raum: Wie steht es um die Sicherheit?

Wer heute mit dem Zug von Paris nach Deutschland fährt, wird kontrolliert wie am Flughafen (Gepäckdurchleuchtung, Sicherheitsschleuse). Wer von Deutschland aus per Zug in Paris ankommt, muss seinen Ausweis/Pass vorzeigen. Zeitverluste ohne Ende. Wenn das auch noch bei der EM gilt... 

Oliver Bierhoff jedenfalls sollte vor dem Abschied aus Deutschland kontrollieren, ob jeder Nationalspieler nicht nur seinen Spieler-, sondern auch seinen Reisepass dabei hat, zumal sich der DFB die Extravaganz leistet, zu den Spielen jeweils aus Genf, also der Schweiz, einzuschweben. Viel Spaß bei Aus- und Einreise vom Residenzort Evian (Frankreich) zum 40 Kilometer entfernten Flughafen im „Ausland“.

Gewiss, der DFB wird einen neuen Präsidenten erhalten. Erwartet wird, dass er Reinhard Grindel heißt. Die DFL, also die Profis, sind von den „Amateuren“ vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Erwartet wird, dass sie der Personalie  zähneknirschend zustimmen werden, um eine weitere Zerreißprobe im deutschen Fußball zu vermeiden. Erst der Rücktritt von Theo Zwanziger vor Ende seiner Amtszeit, dann der von Wolfgang Niersbach – es bedarf schon großen Mutes, 2016 DFB-Präsident werden zu wollen.

Die Frage, die im Neuen Jahr noch zu klären bliebe, heißt: Wieso eigentlich wird nur Niersbach wegen der 6,7 Millionen an den Pranger gestellt? Der Präsident des Organisationskomitees  hieß Franz Beckenbauer, der für die Finanzen zuständige Vize-Präsident war der ehemalige DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger. Niersbach war zwar als Vize auch dabei, hatte aber das Pech, beim Auffliegen des Skandals DFB-Präsident zu sein.

Bleibt noch die für Millionen von Amateurspielern entscheidende Frage, die der mit Reinhard Rauball derzeit den DFB führende Poinger Rainer Koch aufgeworfen hat: Droht dem DFB wegen der Schiebereien vor dem „Sommermärchen“ der Entzug der Gemeinnützigkeit? Dann, ja dann droht 2016 für den DFB ein pechschwarzes Jahr zu werden. Und die DFL wird es großzügig wieder ausbügeln – natürlich ohne Gegenleistung. Deutschland pflegt ja die Willkommenskultur.

Noch ist der Horizont weit und breit. Es bleibt dem deutschen Fußball zu wünschen, dass er sich in den kommenden Monaten nicht zu schnell zu sehr verengt.

 

Rainer Kalb

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