Jammern auf hohem Niveau

In Frankreich wird wieder gejammert. In Frankreich wird immer gejammert. 

In Paris wurde der Vertrag mit Thomas Tuchel gerade um ein Jahr bis 2021 verlängert und das Gehalt von ihm laut der Fach-Tageszeitung L'Equipe ab August von 420.000 Euro brutto/Monat auf 625.000 erhöht. Also müssen die katarischen Eigentümer und der katarische Präsident, Nasser al-Khelaifi, zufrieden mit ihm sein. Auch wenn PSG entgegen aller Erwartungen und sündteuren Verpflichtungen (Neymar, Mbappé) im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden ist. Auch wenn der Klub – im Gegensatz zu den Bayern – das nationale Pokalfinale gegen Rennes im Elfmeterschießen verloren hat. Auch wenn er nach dem Spaziergang durch die nationale Meisterschaft nach deren Gewinn die Zügel hat schleifen lassen.

Bizarr war die letzte Niederlage in Reims (1:3). Da hatte der Verein, ohne Wissen von Tuchel, dem gesperrten Neymar mal einfach frei gegeben, um in einen Kurzurlaub in seine Heimat Brasilien zu fliegen. Kein Wunder, dass Tuchel vor Vertragsverlängerung mehr Mitspracherecht und Entscheidungsgewalt einforderte. Nur ein Bewegunglehrer und Fitnesstrainer zu sein, reicht dem ehrgeizigen ehemaligen Mainzer und Dortmunder Coach nicht. Deshalb liegt er auch mit Sportdirektor Antero Henrique über Kreuz, dem er vorwirft, seine, Tuchels, Transferwünsche nicht erfüllt zu haben, sondern seine portugiesisch-brasilianischen Spielchen zu spielen. Insofern ist die Gehaltserhöhung schon ein Anzeichen von Machtverschiebung.

Geld spielt für Katar bekanntlich eigentlich keine Rolle, zumal PSG als Meister 19,4 Millionen Euro aus dem Fernsehvertrag erhält. Das ist aber nur der Teil von den 135 Millionen, die nach dem Stand in der Abschlusstabelle verteilt werden. Der Rest der 726,5 Millionen wird nach einem festen, komplizierten Schlüssel ausgelobt.

Für die anderen Vereine erhält Paris natürlich zu viel. Deshalb jammern sie. Zwar steigen die TV-Einnahmen 2020/21 auf 1,153 MILLIARDEN, aber trotzdem jammern sie. Ist ihnen nicht genug im Vergleich zur spanischen Liga (1,14 bis 2022) oder der Bundesliga (1,16 bis 2021). Was sollen denn da die italienische Liga sagen, die bis 2021 nur 973 MILLIONEN erhält ? Und in Italien werden nur 15 statt, wie in der Bundesliga auch, 25 Prozent der Einnahmen erfolgsabhängig verteilt.

Die Franzosen jammern, weil in der englischen Premier League 1,9 Milliarden an TV-Rechten ausgeschüttet werden und so der Tabellenzwölfte an Erfolgshonorar noch mehr erhält als der französische Meister.

Andererseits müssten die Franzosen sich fragen : Warum spielen fast zwei Dutzend überwiegend junger Franzosen in der Bundesliga ? Und warum ist die Bundesliga so attraktiv für Jungstars, die in England auf der Ersatzbank schmoren ? Da stimmt etwas nicht mit der Ligue 1. Die Ausbildung ist immer noch top. Aber danach...

 

Rainer Kalb   

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