Freude und Ärgernis

Nein. Die WM ist kein Ärgernis. Tore ohne Ende, Jokertore, Überraschungen.

Wie haben wir sogenannten Experten –auch ich mit 30 Jahren Turniererfahrung – daneben gelegen. Hitze, Abtasten, Vorsicht, und dann auf den einen Konter warten – das war die allgemeine Prognose.

Stattdessen Auftakt furioso, um ein Tor zu schießen und das dann in der Hitze zu verteidigen. Und wieder ein Strich durch die Rechnung. Deutschland ist nach Führung gegen Ghana nur mühsam zum Ausgleich gekommen, Portugl gegen die USA auch, und es gab mehr als ein Dutzend „gedrehter“ Spiele.

Afrika will Furore machen, vor allem mit Ghana. Obgleich: Wer Finkes Kameruner sah, traut Afrika trotz aller vollmundiger Ankündigungen wieder nicht mehr als ein Viertelfinale zu.

Die größte Enttäuschung  ist bislang Asien (Katar, 2022 Ausrichter, gehört zu dieser Konföderation) trotz des heroischen 0:1 des Irans gegen Argentinien. Die großen Gewinner: Mittel- und Südamerika, vor allem Costa Rica. Die Verlierer: Europa. Spanien und England nach zwei Spieltagen schon ausgeschieden , Bosnien-Herzegowina auch.

Das wird den abgetauchten FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, der aus Furcht vor Pfiffen entweder kein Spiel besucht oder von seinen bezahlten Weltkameras wohlweislich nie ins Blickfeld gerückt wird, wieder Wasser auf die Mühle gießen. Der will ja schon lange seinen Gegnern in Europa WM-Plätze wegnehmen, um sie großzügig nach Patriarchenart über den Rest der Welt zu vergießen. Will man englischen Presseberichten glauben, ist die „Aufwandsentschädigung“ für das Stimmvieh in der zumindest in der Vergangenheit korrupten Regierung namens Exekutivkomitee ja gerade von 100.000 auf 200.000 Dollar pro Jahr verdoppelt worden –mit der Möglichkeit, sie auf einem Schweizer Konto zu deponieren. Deutsches Mitglied ist Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Ja, die WM ist ärgerlich. Die Tor-Technologie führt vor, wie perfekt die Schiedsrichter bei Tor-Entscheidungen waren. Wie skandalös der nicht gegebene Elfmeter im Eröffnungsspiel war, wie skandalös nie gepfiffene Elfmeter-Fouls für die „Kleinen“ waren, wie unbegreiflich die Abseits-Entscheidungen bei zwei regulären Mexiko-Toren – das zeigt die Torkamera nicht. Man fragt sich, wofür die Schiedsrichter eigentlich zwei Jahre lang ausgebildet werden und dann einen Maulkorb verpasst bekommen. Man fragt sich, weshalb es nicht nur eine Tortechnologie gibt, sondern auch eine für Abseits und Elfmeterfouls. Zwei Einsprüche eines Trainers pro  Halbzeit erlaubt – macht acht Werbepausen. Würde doch die Werbeeinnahmen noch in die Höhe treiben, oder?

Auch der Spielplan ist seltsam. Ausrichter Brasilien  muss erst einen Tag nach Niederlande – Chile ran und kann sich aussuchen gegen wen sie spielen wollen. Klinsmann und Löw können  den Österreich-Kontrakt von 1982, die Schande von Gijon,  wieder aufleben lassen und mit einem Unentschieden beide Gegner aus dem Turnier kegeln.

WM 2014: Blatter zeigt sich nicht. Er zieht die Fäden und zählt die Milliarden.  „Zum Wohle des Spiels“ sagt der Sonnenkönig, der angeblich mehr Anhänger als der Papst hat. Bleibt die Frage, wer glaubwürdiger ist.

 

Rainer Kalb

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