Zeitstrafe

Alle Welt diskutiert über Corona, Geisterspiele, Spielabsagen. Diese Aufgeregtheit hat der DFB genutzt, um ziemlich unbemerkt auf Kreis- und Jugendebene eine Regelung einzuführen, die den Amateurfußball ab der kommenden Saison zunächst in Hessen erheblich verändern kann. Denn zwischen Gelber und Gelb/Roter Karte wird noch die Möglichkeit einer Zeitstrafe eingeführt.

Leider führt die Pressemitteilung des Verbandes nicht aus, wie lange die Zeitstrafe dauern soll. Zwei Minuten, fünf Minuten, zehn Minuten ? Und muss dann für jedes Kreisliga-Spiel auch ein Zeitnehmer abgestellt werden ? Oder der Schiedsrichter zwei Stoppuhren tragen?Aber wahrscheinlich war es nur eine Grundsatzentscheidung, und die Durchführungsbestimmungen sind noch nicht ausdiskutiert.

Zeitstrafen (zehn Minuten) werden auch in England ab der 5. Liga abwärts eingeführt. Die Befürworter versprechen sich davon, dass der « Sündenbock » einsieht, wie sehr er seiner Mannschaft geschadet hat, wenn diese zehn Minuten für ihn mitackern muss, und dass er sich danach doppelt anstrengt. Denn er hat schließlich eine Verschnaufpause gehabt. Was wieder Kritiker auf den Plan ruft. Es sei gegen einen Sinn der Strafe, argumentieren sie, wenn sich der Sündenbock ausruhen dürfe.

Zeitstrafen gibt es gerade im Jugendbereich schon seit Jahrzehnten wegen der « erzieherischen Wikung ». Demnach lassen sich bislang Männer und Frauen ab 18 nicht mehr erziehen. Und es gab schon immer neunmalkluge Mediziner, die argumentierten, wenn der Körper auskühle sei danach die Verletzungsgefahr bei Hochanstrengung umso größer. Das mag bei Hochleistungssportlern gelten, aber bei Hobbyfußballern in der Kreisliga ? Können sich doch hinter dem Tor warm halten, müssen sich doch nicht ins Entmüdungsbecken legen.

Wer Fußballspiele regelmäßig verfolgt, entdeckt ein weiteres Dilemma in der neuen Regelung, die an sich ja vernünftig ist, weil sie dem Schiedsrichter mehr Handlungsspielraum, also Platz für sein Fingergefühl gibt. Meistens gibt es die Gelb/Roten Karten erst zum Ende eines Spiels. Wenn jetzt einer sieben Minuten vor dem Abpfiff für zehn Minuten vom Platz fliegt, muß er die drei Minuten im nächsten Spiel dann nachsitzen ? Und gilt sein Auflaufen aufs Spielfeld als Einwechslung ?

Die ganz entscheidende Frage hat die Direktion Kommunikation des DFB, der doch inzwischen immer so für Transparenz und Offenheit plädiert, auch noch nicht beantwortet : Sieht der Spieler, der mit einer Zeitstrafe belegt wurde, eine grüne Karte, eine blaue oder eine weiße ? Der Zuschauer will schließlich informiert werden. Und die Hosentaschen oder Shirts der Schiedsrichter müssten für die vielen Karten, Notizblöcke, Kugelschreiber, Freistoßspray, Doppeluhr auch umgeschneidert werden. Na ja, Hauptsache das Tor bleibt 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch.

 

Rainer Kalb

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