Ingo, Bingo

Seit 16 Jahren ist Ingo Schiller verantwortlich für die Finanzen bei Hertha BSC Berlin. Wenn er den letzten Freitag als den  beruflich „glücklichsten“ Tag in seinem Berliner Leben bezeichnete, hat das Gründe.

Schon in seiner Lehrzeit bei Borussia Mönchengladbach verwarf er ein Modell, das Tennis Borussia Berlin retten sollte, als eine Konzeption eines inzwischen verschollenen Fremdinvestoren, als den Ruin des Vereins. Der wollte über einen Traditionsnamen sein Risiko auf dumme Investoren abwälzen.

Mit einem nach letztem Kenntnisstand irgendwo auf der Welt inzwischen verhaftetem Florian Homm, der vor Watzke Borussia Dortmund retten wollte, würde er sich nie einlassen.

Niemand also darf Hertha vorwerfen, die 61,7 Millionen der Investmentgesellschaft KKR genommen zu haben – für 9,7 Prozent der Anteile und angeblich einem Sitz im Aufsichtsrat.  Zum Vergleich: Die Bayern haben rund 20 Prozent und zwei Aufsichtsräte an ihrer AG verkauft.

Richtig ist: Die KKR wird, wie in anderen Fällen auch, Geld verdienen wollen. Aber ein Vertrag über sieben Jahre ohne Ausstiegsklauseln ist im Fußball eine Ewigkeit. Hertha hat jetzt die Zeit, diese zu nutzen.

Richtig ist auch, dass die KKR sich bislang in den speziellen Gegebenheiten des Sports, der immer auf seine eigene Besonderheit pocht, nicht auskennt. Wer sollte einem milliardemschweren Investor vorwerfen, sich mit – aus seiner Sicht – „Spielgeld“ schlau zu machen, ehe er nach Spanien oder England zieht?

Die Bayern kamen nicht in Frage, Dortmund gleichfalls nicht, Bayer Leverkusen und Volkswagen Wolfsburg blieben aus nachvollziehbaren Gründen auch außen vor. Da war ein entwicklungsfähiger Hauptstadtverein, dem schon die Deutsche Bahn vertraut, statt Mönchengladbach oder Freiburg die näher liegende Alternative.

Hoffenheim ist ja auch schon durch Hopp und SAP besetzt.

Die KKR ist auch nicht mit Klaus Michael Kühne in Hamburg oder gar Hasan Ismaik beim TSV 1860 München zu vergleichen. Die wollen für ihr Geld beide im Tagesgeschäft mitreden, mitmischen – und wie! Der Hertha-Investor schaut sich den Laden mal an – und ist jetzt schon irritiert über die mehr als weise 50+1-Regelung, die sich der deutsche Fußball dank DFB und DFL gegeben hat

Die besagt auf Betreiben des Martin Kind aus Hannover, der als erfolgreicher Unternehmer vermutlich auch seine Anteile eines Tages teuer verscherbeln möchte,  dass ein Investor nur das Sagen haben kann, wenn er sich für mindestens 20 Jahre bindet; ansonsten bleiben die Rechte beim Verein.

Die KKR hat Hertha keine 20 Jahre Zeit gegeben, um eine Totalübernahme vorzubereiten. Sie hat Schiller, Preetz und Co.  biblische sieben Jahre Zeit gegeben, aus der Hertha ein profitables Unternehmen zu machen, bei dessen Weiterverkauf sie Geld verdienen können. Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Aber, Schiller, wo bleibt dein Goethe?

 

Rainer Kalb

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