Nationen-Meister

Am Dienstag also Spanien. Europameister, Pep und so. War einer der letzten Gegner, die Deutschland sich aussuchen durfte.

Spiele dauern im Prinzip 90 Minuten, Schweinsteiger läuft, wenn er spielen kann, sehr schnell. Jedenfalls schneller als die Gedanken der Funktionäre (Funktionieren, Funke). Die dauern, bis sie ans Licht treten, nicht 90 Minuten, nicht neun Monate sondern neun Lichtjahre.

Jetzt hat die UEFA, unbemerkt von der Öffentlichkeit, ein solches Kind geboren. Und die Nachrichtenagenturen schreien erst auf, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, nicht wenn es unter Zeugen  gezeugt wurde.

Der Bastard heißt „Nationen-Liga“. Da wird Europa in mehrere „Divisionen“ aufgeteilt – mit erneuten Pflichtspielen, welche die UEFA vermarktet. Den Verbänden, also auch dem DFB, werden so weitere Vermarktungs- und Fernsehrechte entzogen, entsogen.

Der Trick: An den „freien“ Daten der FIFA, also dann, wenn keine Qualifikationsspiele für EM oder WM anstehen, spielt ab 2018 die Nationen-Liga. Es gibt Auf- und Abstieg, und die Sieger  der Divisionen spielen dann ein Endturnier. Bei neun Gruppen à sechs macht das Aufstieg und Abstieg und Halbfinale spannend (Sieger Gruppe A bis D) zumal dem Gewinner ein Platz bei der Europameisterschaft winkt. Falls der nicht über die sowieso schon verwässerte EM-Qualifikation qualifiziert ist.

Der Vorsitzende der Kommission für Nationalmannschaften heißt Wolfgang Niersbach. Mit diesem neuen Modell garantiert er, dass Deutschland „immer wieder“ gegen Spanien, Italien, England, Frankreich, Portugal antreten muss – und nie mehr, außer in einer WM- oder EM-Quali, wegen Ausloungspech gegen Gibraltar.

Das hat natürlich seinen Charme. Die Frage allerdings ist, wann dann der zukünftige Bundestrainer noch neue Spieler oder andere Systeme ausprobieren soll, wenn es in jedem, aber auch wirklich jedem Spiel um Punkte geht. Selbst Bundesligavereine schließen ja noch Testspiele gegen unterklassige Gegner ab.

Die Frage ist, wann dann noch Spiele gegen Mannschaften von anderen Kontinenten stattfinden, wenn Europa sich in eine selbstgewählte Isolation begibt.

Die Frage ist, was aus dem moralischen Anspruch wird, den der frühere DFB-Präsident Egidius Braun so formuliert hat: „Wir müssen das Lichtlein der Hoffnung auch in kleine Länder bringen, indem wir sie besuchen und gegen sie spielen.“

Die Frage ist, was aus den Benefizspielen wird, die der DFB bislang alle zwei Jahre zugunsten seiner sozialen Stiftungen veranstaltet.

Na gut, der DFB wird außer Welt- und Europameister auch noch Nationen-Meister. Aber brauchen wir wirklich noch mehr Titel?

 

Rainer Kalb

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