Brieftaube Tuchel

Pfingsten wird erst in ein paar Wochen gefeiert, aber der Heilige Geist, der seit einem Jahr über dem deutschen Fußball schwebte, hat sich jetzt schon niedergelassen. In der christlichen Mythologie wird der Heilige Geist durch eine (Friedens)Taube symbolisiert; in Wagners „Lohengrin“ heißt es: „Alljährlich naht vom Himmel eine Taube, um neu zu stärken seine Wunderkraft.“

Aber da wir uns an dieser Stelle weder um Religion noch um Mythologie kümmern, sei festgehalten: Die Brieftaube Thomas Tuchel ist nach einer Flucht aus Mainz, einem Zögern über Schalke, einem Wabern über Leipzig und einem Irrflug über Hamburg im Taubenschlag von Hans-Joachim angekommen. (Gemeint ist Watzke, aber im Ruhrgebiet sind unter Taubenzüchtern Familiennamen verpönt).

Taubenvater Hajo sollte aus der Brieftaube am besten erst Mal eine Ringeltaube machen, damit er immer beweisen kann, dass sie ihm gehört. Immerhin hat Tuchel bei Mainz trotz bestehenden Vertrages hingeschmissen – so, wie der Ex-Mainzer Klopp jetzt bei Borussia Dortmund. Narhalla-Marsch für die Bundesliga!

Hingeschmissen hat auch der Vereinsarzt eines Bundesligisten. Der sonst so eloquente, selbstbewusste, medienerfahrene Verein hat sich zu einer fünfzeiligen Pressemitteilung durchgerungen und gerade eine einzige Frage zum vereinsinternen Erdbeben zugelassen. Nach der Saudi-Arabien-Geschichte das zweite Kommunikations-Desaster. Als wär’s ein Stück aus der vergangenen DDR.

Zurück zu Taubenvater Hajo. Der muss seine Ringeltaube jetzt zum Falken erziehen. Denn die Schüler, die Klassenlehrer Tuchel jetzt zu formen hat, sind ja keine willigen Erstklässler mehr, wie Klopp sie noch ausbilden konnte oder er, Tuchel, die Mainzer A-Jugend. Das sind ausgesprochene und ausgewachsene Bengel.

Die Südkurve hat Adler-Augen, die Medien haben Argus-Augen. Wenn Klopp mit Emotion schon nicht mehr an die Spieler herangekommen ist, wie will Tuchel das mit Verstand und Vernunft schaffen? An Spieler, die mehr verdienen als er?

Labbadia nach Hamburg, Frontzeck nach Hannover – alles Panik-Maßnahmen. Tuchel nach Dortmund ist eine Vision, aber bei weitem kein Selbstläufer.

Als Fußnote der Bundesliga-Geschichte darf sich jetzt der FSV Mainz 05 im Briefkopf, da, wo sonst die Titel stehen, als „Trainer-Ausbildungssverein für Borussia Dortmund“ bezeichnen. Immerhin das ist bleibend.

 

Rainer Kalb

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