Lehmanns Narreteien

Sky ist ein respektabler Sender, der Fußball live wirklich gut rüberbringt. Aber die Pausenfüller, die sich Experten nennen, vertreten manchmal schon recht wunderliche Ansichten.

Da ist zum Beispiel ein Jens Lehmann. Der hat ernsthaft folgende These aufgestellt und daraus die nachfolgende Forderung erhoben: Der FC Bayern werde von Firmen wie Telekom, Allianz, adidas und Audi gesponsort, die ihr Geld mit dem mehr oder weniger KLEINEM MANN von der Straße verdienen. Die einen mehr (Telekom), die anderen weniger (Audi).

Da diese Firmen Teile des Geldes von Otto Normalverbraucher – auch der Versicherungspolicen – an den FC  Bayern weiterreichen, möge dieser doch – Achtung, jetzt kommt es! – Teile des Geldes an andere BUNDESLIGISTEN weiterreichen, damit diese wettbewerbsfähig bleiben.

Solch eine hanebüchene Einlassung habe ich noch nie gehört oder gelesen. Hat Lehmann je Gelder von seinen Prämien für UEFA-Cup-Gewinn oder Meisterschaften dem jeweiligen Verein gespendet, damit der die Eintrittspreise senken kann?

Natürlich sind die Spiele des FC Bayern zu einem Tatort verkommen, bei dem das Ende der 90 Minuten bereits bei der Titelmelodie – also beim Einlaufen – feststeht. Aber jetzt vom Krösus zu verlangen, die anderen zu finanzieren, damit ein Hauch von Spannung in der Liga bleibt?

Da ist der FC Bayern der falsche Adressat. Da müsste mal die UEFA ran und die obszönen Prämien in der Champions League knapsen – oder die Teilnahmeberechtigung von vier deutschen Vereinen. Das bringt doch die Unwucht in die Finanzen der Bundesliga!

Die Bayern verzichten bereits auf eine Eigenvermarktung ihrer Bundesliga-Rechte zugunsten der Zentralvermarktung. Erster Akt der Solidarität. Demnächst erhalten auch die Zweitligisten Gelder aus der Auslandsvermarktung. Zweiter Akt der Solidarität. Oder glaubt jemand ernsthaft, Fürth wird im Ausland auch nur ein Zehntel mal so oft bestaunt wie der FC Bayern?

Wenn die Allianz jetzt dem FC Bayern durch einen Kauf von gut acht Prozent der Aktien ermöglicht, das Stadion auf einen Schlag schuldenfrei zu stellen – was den Bayern, die übrigens auch Schulden eines Münchner Zweitligisten zu tilgen hatten, 30 Millionen Euro mehr Liquidität pro Jahr beschert – ist das eine Entscheidung des Versicherungskonzerns.

Allianz Arena, Allianz Riviera in Nizza im Hinblick auf die EM 2016, Allianz Park für einen Rugby Club in London, Allianz Stadion in  Sydney – da steckt eine Strategie dahinter. Und dafür soll der FC Bayern zahlen?

Ebensogut hätte Lehmann fordern können, ARD und ZDF sollten Teile ihrer Gebühren an Sky abgeben, damit der Sender noch wettbewerbsfähiger werden und die Honorare der Experten erhöhen kann.

 

Rainer Kalb

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