Verwässerung

Früher, also als wir jung oder noch nicht geboren waren, früher hieß es, eine Europameisterschaft sei eine Weltmeisterschaft ohne Brasilien und Argentinien. So fangen Märchen an: es war einmal.

Jetzt wird mit 24 gespielt; da könnten auch Togo oder Indien und ein paar andere ehemalige Kolonien eine Wild Card erhalten, um auf 32 zu kommen und so der FIFA mit ihrer Weltmeisterschaft echte Konkurrenz zu machen. Dann wäre UEFA-Boss Platini auf der ersehnten Augenhöhe mit FIFA-Boss Blatter.

Früher waren Spiele gegen Schottland oder Irland noch Brüller, jetzt ist das Ergebnis egal. Selbst der Dritte kommt noch weiter. Deutschland nur Dritter in der Quali? 18 Monate gähnende Langeweile, denn Ergebnisse interessieren keinen mehr.

Vielleicht war es ein kluger Schachzug von ARD/ZDF den Quotenkiller „23 aus 53“ RTL zu überlassen. Und der DFB wird sich am 21. März auf seiner Präsidiumssitzung den Kopf zerbrechen müssen, in welche Stadien er Freundschaftsspiele, die unter dem Namen „Qualifikation“ laufen, vergeben wird. Deutschland – Gibraltar in die Allianz-Arena? Oder doch besser nach Unterhaching, um für die Kameras ein volles Stadion zu haben?

Der DFB hat die Lächerlichkeit der Qualifikation  angeprangert.

UEFA-Präsident Michel Platini, eigentlich fast ein Freund von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, hat maliziös geantwortet, wenn den Deutschen eine demokratische Entscheidung nicht gefalle, könnten sie ja zu Hause bleiben. Das hatte der DFB übrigens bei den beiden ersten Europameisterschaften 1960 und 1964 getan. Und sich für die Endrunde

1968 mit damals vier (!) Mannchaften nicht qualifiziert,  Wegen eines 0:0 in Tirana gegen Albanien. Gibraltar grüßt schon.

Auch deshalb ist die Forderung, die „Kleinen“ sollten eine Vor-Qualifikation spielen, unseriös. Ohne Stolpersteine wäre die EM-Qualifikation noch langweiliger, als sie es ohnehin schon ist.

Unverständlich auch, weshalb DFL-Chef Christian Seifert den Gedanken äußert, Deutschland könne den Vorschlag Platinis ja ernst nehmen und einmal nicht an einer Europameisterschaft teilnehmen. Für jedes Qualifikationsspiel erhält der DFB von der UEFA fünf Millionen Euro.

Mindestens eine Million kommt noch aus der Bandenwerbung und anderen Marketing-Maßnahmen hinzu.  Wenn ganz Europa Qualifikation spielt:

Gegen wen will Deutschland dann noch Freundschaftsspiele bestreiten und diese Preise erzielen? Zehn Mal Deutschland – Brasilien in 18 Monaten wird auch langweilig.

Frankreich, Ausrichter der EM 2016, zeigt doch das ganze Dilemma: Die schlüpfen, ohne Wertung ihrer Spiele, in eine Qualifikationsgruppe unter, weil sie sonst keine Gegner mehr gefunden hätten. Und erhalten von der UEFA 4,2 Millionen Euro pro Spiel, die der Verband angesichts des miesen Images de Nationalmannschaft auf dem heimischen Fernsehmarkt nie und nimmer erzielt hätte.

Boykott war noch nie eine Lösung. Das ist das falsche Verständnis von Zuschauen.

 

Rainer Kalb

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