Die Bundeslia-Springprozession

Es ist wie die Echternacher Springprozession. Die Bundesliga hat eben in Luxemburg viel gelernt- nicht nur finanziell.

Weil das Land so klein ist und man sehr schnell an seine Grenzen stößt, hält sich in Echternach die Legende die heute auch nicht mehr stimmt, bei der Pfingstdienstag-Prozession immer zwei Schritte vor und einen zurück zu gehen. So wird der Weg länger und angeblich überlegter. Andererseits langwieriger und aufwändiger. Und wenn dann einer aus dem Schritt und Tritt kommt... Dann wird aus einer Prozession schnell ein Chaos und ein Prozess.

Der FC Bayern will am Donnerstag die Torkamera, die auch die Schiedsrichter wollen, durchdrücken. Das sind im zweiten Anlauf die zwei Schritte nach vorne. Die 2. Liga ist von der Abstimmung ausgeschlossen. Das ist der Schritt zurück. Von wegen Solidarität.

Die Bayern verlassen damit die Solidarität zum europäischen Boss, dem UEFA-Präsidenten Michel Platini. Der hat ja bei EM-Qualifikation und Champions League statt zweier Kameras vier Augen und zwei Kopfhörer mehr eingeführt. Aber die helfen erfahrungsgemäß auch nicht so richtig weiter. Zwei Schritte vor und drei zurück.

Nachdem die Bayern die Allianz-Arena abbezahlt haben, haben sie natürlich die Knete, um Torkameras zu bezahlen. Der Tabellenletzte Borussia Dortmund angeblich auch. Aber dazwischen gibt es die vernünftigen Zweifler. Also um die 16. Die können sich nur noch unter die Knute des Zangenangriffs von ganz oben und ganz unten beugen. Zwei Schritte vor, fünf zurück, denn fünf Klubs wollen nicht, der Rest trippelt auf der Stelle. Das wird Mut und Entscheidungsfreudigkeit genannt.

Die zwei wollen große Schritte nach vorne machen, die anderen kleine zurück.

Die 16 haben übrigens Recht. Wie oft fallen strittige Tore? Bei 34 mal neun Spielen sieben Mal. Fünf Mal liegt der Schiedsrichter sowieso richtig. Millionen für zwei Tore ausgeben? Fünf Schritte nach vorne, zwei zurück.

Warum kein Videobeweis? Wie oft fallen umstrittene Elfmeter- und Abseits-Entscheidungen? 70 mal in einer Saison. 50 Schritte nach vorne, 20 zurück. Die letzte krasse Fehlentscheidung fiel in Leverkusen, als Leno im Tor bleiben durfte statt vom Platz zu fliegen, Köln ein Elfmeter verweigert wurde und dann der Schweizer Trainer Schmidt noch gegen seinen österreichischen Kollegen des 1. FC Köln pöbelte, wie es auf deutschen Fußballplätzen selten zu hören war.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat Ausfühungsbestimmungen zum Video-Beweis längst in seinem Köfferchen. Aber er weiß: Zunächst muss die Liga zehn Schritte rückwärts gehen, um den weiten Anlauf zu nehmen. Und ob sich alle dem Finanzdiktat der Klammervereine beugen und nicht doch den großen Sprung scheuen, sei auch dahin gestellt. Deutschland, ängstlich Vaterland.

Aber irgendwann wird die Bundesliga aus Echternach an einer Grenze in Luxemburg angekommen sein. Und dann kann sie nicht mehr. Weder vorwärts noch rückwärts. Dann muss sie sich entscheiden. Für mehr als nur ein Spray.

 

Rainer Kalb

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